Wie ChatGPT Quellen auswählt und wie euer Unternehmen Teil der Antwort wird. Mit Praxis-Check in 15 Minuten.
WIE SICHTBAR SEID IHR? — ZUM GEOCHECK↗Das Wichtigste auf einen Blick
Inhalt
ChatGPT SEO umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen in den Antworten von ChatGPT genannt, zitiert und empfohlen wird. Das Feld läuft auch unter dem Begriff GEO (Generative Engine Optimization). Anders als bei Google gibt es keine Rankingliste, auf der man Position drei belegt. ChatGPT entscheidet bei jeder Antwort neu, welche Anbieter es nennt. Grundlage dafür ist, was das Modell über euch gelernt hat und was es bei aktiven Websuchen über euch findet. An beidem lässt sich arbeiten.
ChatGPT schöpft aus zwei Quellen, die man auseinanderhalten sollte, weil sie unterschiedliche Maßnahmen erfordern.
Die erste Quelle ist das Trainingswissen. Es umfasst alles, was bis zum Trainingszeitpunkt über euer Unternehmen im öffentlichen Web stand, vor allem auf Drittseiten wie Fachmedien, Verzeichnissen, Foren und Vergleichsportalen. Dieses Wissen ändert sich langsam. Wer hier falsch oder gar nicht vorkommt, korrigiert das nur über neue, öffentlich zugängliche Inhalte, die in künftige Trainingsläufe einfließen.
Die zweite Quelle ist die Live-Websuche. Bei aktuellen oder spezifischen Fragen sucht ChatGPT in Echtzeit im Web und zitiert die Seiten, die die Frage am klarsten beantworten. Hier wirken Maßnahmen deutlich schneller, oft innerhalb von Wochen.
Für euch heißt das: Wer nur die eigene Website pflegt, aber nirgendwo sonst erwähnt wird, ist für das Modell kaum existent. Und wer zwar erwähnt wird, aber keine zitierfähigen Inhalte hat, verliert die Live-Suche an besser aufbereitete Quellen.
Zitierfähige Inhalte. Klare Definitionen, konkrete Zahlen und eindeutige Aussagen, jeweils in den ersten Sätzen eines Abschnitts. ChatGPT übernimmt bevorzugt Passagen, die ohne Kontext funktionieren. Ein Absatz, der erst nach drei Sätzen Anlauf zur Sache kommt, wird selten zitiert.
Klare Entität. Einheitlicher Firmenname und eine konsistente Beschreibung über Website, LinkedIn, Verzeichnisse und Pressetexte hinweg: wer ihr seid, für wen ihr arbeitet, was genau ihr anbietet. Widersprüchliche Selbstbeschreibungen verwässern das Bild, das das Modell von euch lernt.
Erwähnungen auf Drittseiten. Fachartikel, Branchenverzeichnisse, Podcasts, Konferenzen, Bewertungsplattformen. Drittquellen wiegen für das Modell schwerer als Eigenaussagen, weil sie unabhängig bestätigen, dass ihr relevant seid. Dieser Hebel hat den größten Einzeleffekt und braucht die längste Vorlaufzeit.
Technische Zugänglichkeit. AI-Crawler wie GPTBot in der robots.txt zulassen, saubere semantische Struktur, strukturierte Daten, eine llms.txt. Was der Crawler nicht lesen kann, kann das Modell nicht zitieren. Dieser Punkt ist schnell umgesetzt und wird trotzdem am häufigsten übersehen.
Aktualität. Sichtbare Datumsangaben und gepflegte Inhalte. Bei Live-Suchen bevorzugt ChatGPT aktuelle Quellen, veraltete Seiten fallen aus der Auswahl.
So prüft ihr euren Status in 15 Minuten. Stellt ChatGPT die fünf Fragen, die eure Kunden stellen würden, zum Beispiel:
Protokolliert drei Dinge: Werdet ihr genannt? Stimmt die Beschreibung, mit der ihr genannt werdet? Und welche Quellen zitiert ChatGPT stattdessen oder zusätzlich? Diese Quellen sind eure konkrete Arbeitsliste. Dort müsst ihr entweder selbst stattfinden oder mit besseren Inhalten vorbeiziehen. Wiederholt den Test monatlich mit denselben Fragen, dann wird aus der Stichprobe eine Messreihe.
Drei Muster tauchen in der Praxis immer wieder auf. Manche Unternehmen sperren AI-Crawler aus einem Datenschutz-Reflex komplett aus und sind damit für Live-Suchen unsichtbar, obwohl ihre Inhalte gut wären. Andere optimieren ausschließlich die eigene Website und ignorieren, dass das Modell sein Bild vor allem aus Drittquellen zusammensetzt. Und viele schreiben Marketing-Prosa statt zitierfähiger Aussagen. Einen Satz wie „führende innovative Lösungen für den Mittelstand" kann kein Modell sinnvoll zitieren. „Software für X, spezialisiert auf Y, Projekte ab Z Euro" dagegen schon.
Wer nur die eigene Website pflegt, aber nirgendwo sonst erwähnt wird, ist für das Modell kaum existent.
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Serial Founder mit Fokus auf Growth, Tech und B2B-Geschäftsaufbau. Er gründete das Familien-App-Startup Familonet (über 2 Mio. Nutzer:innen, 2017 von Daimler übernommen) und verantwortete dort als Head of Growth den Zusammenschluss zu REACH NOW. 2020 gründete er LARK DIGITAL; seit 2022 veranstaltet er den trade/off Summit, eine Executive-Konferenz zu Business Growth & KI mit 600+ Teilnehmenden.
