KI-Suche: Wie ChatGPT, Perplexity & Co. die Suche verändern

Der Überblick für Entscheider: was KI-Suche ist, wie die Systeme antworten und was das für eure Sichtbarkeit heißt.

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KI-SUCHE
Aktualisiert:  
20.07.2026
AUTOR:  
Hauke Windmüller

Das Wichtigste auf einen Blick

  • KI-Suche beantwortet Fragen mit generierten Antworten statt Linklisten. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews entscheiden dabei selbst, welche Anbieter sie nennen.
  • In Deutschland erscheinen AI Overviews bei rund 20 % der Suchanfragen. Die Klickrate der ersten organischen Position fällt dadurch von 27 % auf 11 % (Sistrix).
  • Besucher aus KI-Systemen konvertieren laut Semrush rund 4,4-mal besser als klassische organische Besucher, weil sie vorqualifiziert ins Gespräch kommen.
  • Wer in KI-Antworten nicht vorkommt, verliert Shortlist-Präsenz, bevor der Vertrieb Kontakt hatte. Sichtbarkeit dort lässt sich gezielt aufbauen. Das Vorgehen heißt Generative Engine Optimization (GEO).

Inhalt

KI-Suche bezeichnet Suchsysteme, die Fragen nicht mit einer Liste von Links beantworten, sondern mit einer generierten Antwort. Dazu gehören ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews samt AI Mode, Gemini und Claude. Diese Systeme lesen Quellen, fassen sie zusammen und nennen dabei einzelne Anbieter, Produkte und Marken. Oder sie nennen sie nicht. Für Unternehmen verschiebt sich damit die zentrale Frage. Es zählt nicht mehr allein, auf welcher Position ein Link steht, sondern ob man Teil der Antwort ist.

Was KI-Suche von der klassischen Google-Suche unterscheidet

Die klassische Suche zeigt zehn Links und überlässt die Auswahl dem Nutzer. Die KI-Suche trifft eine Vorauswahl: Sie liest mehrere Quellen, baut daraus eine einzige Antwort und zitiert nur eine Handvoll davon.

Daraus folgen drei Verschiebungen. Erstens sinkt die Zahl der Klicks auf klassische Ergebnisse, denn wer die Antwort direkt bekommt, klickt seltener auf die Quellen darunter. Zweitens gilt eine andere Auswahllogik. KI-Systeme bevorzugen Quellen, die klar strukturiert sind, eindeutige Aussagen enthalten und deren Absender als Unternehmen oder Person erkennbar ist. Drittens ändert sich das Suchverhalten selbst. Statt Stichworten wie „CRM Mittelstand" stellen Nutzer vollständige Fragen, beschreiben ihre Situation und haken nach. Eine Recherche ist häufig ein Dialog über mehrere Runden, keine einzelne Anfrage.

Wie sich das Suchverhalten konkret verändert

Der Wandel kommt nicht als Bruch, sondern als Verschiebung entlang der Aufgaben. Einfache Faktenfragen und frühe Orientierung wandern zuerst in KI-Systeme, weil die Antwort dort schneller ist. Navigationssuchen wie „Anbietername Login" bleiben bei Google. Dazwischen liegt der Bereich, der für B2B zählt: Fragen wie „Worauf muss ich bei X achten?" oder „Welche Ansätze gibt es für Y?" werden zunehmend an KI gestellt, und genau in diesen Momenten entstehen Shortlists.

Dazu kommt ein zweiter Effekt. Auch wer weiter klassisch googelt, sieht inzwischen oft zuerst eine KI-Antwort, weil Google AI Overviews automatisch ausspielt. Man muss die KI-Suche also nicht aktiv aufsuchen. Sie erreicht die eigene Zielgruppe auch dann, wenn diese ihr Verhalten gar nicht bewusst geändert hat.

Die wichtigsten KI-Suchsysteme im Überblick

Google AI Overviews und AI Mode: KI-Zusammenfassungen direkt über den Suchergebnissen, in Deutschland seit 2025 live und bei rund 20 % der Anfragen aktiv, im Longtail bei etwa 30 %. Für die Reichweite ist das aktuell das wichtigste System, weil es die bestehende Google-Nutzung trifft. Der AI Mode geht einen Schritt weiter und macht die gesamte Suche zum Dialog.

ChatGPT: Mit mehr als 900 Millionen wöchentlichen Nutzern das größte eigenständige KI-System. Es prägt Recherchen am Anfang der Entscheidungsreise, auch im B2B, wo Fachkräfte nach Lösungen, Anbietern und Vergleichen fragen. Bei aktuellen Themen sucht ChatGPT live im Web und zitiert dabei einzelne Seiten als Quellen.

Perplexity: Versteht sich als Antwortmaschine und zeigt bei jeder Antwort die verwendeten Quellen an. Die Nutzerbasis ist kleiner, dafür recherche-affin. Für Unternehmen ist Perplexity ein gutes Testfeld, um die eigene Zitierfähigkeit zu prüfen. Die Optimierung speziell auf solche Antwortmaschinen wird als Answer Engine Optimization (AEO) bezeichnet.

Gemini, Claude und Copilot: Diese Systeme laufen zunehmend als Arbeitswerkzeuge in Unternehmen. Ihre Empfehlungen fließen direkt in interne Recherchen, Vergleichstabellen und Entscheidungsvorlagen ein, ohne dass eine öffentliche Suche stattfindet.

Was die Zahlen sagen

Drei Datenpunkte zeigen das Ausmaß der Verschiebung. In Deutschland fällt die Klickrate der ersten organischen Position von 27 % auf 11 %, sobald ein AI Overview erscheint. Sistrix beziffert den Verlust auf rund 265 Millionen organische Klicks pro Monat. Der Referral-Traffic aus ChatGPT wächst laut Semrush um mehr als 200 % pro Jahr. Und Besucher, die über KI-Systeme auf eine Website kommen, konvertieren rund 4,4-mal besser als klassische organische Besucher. Das liegt an der Vorqualifizierung: Die KI hat die Frage bereits eingeordnet und den Anbieter im passenden Kontext genannt, bevor der erste Seitenaufruf passiert.

Was das für B2B-Unternehmen bedeutet

B2B-Kaufentscheidungen beginnen zunehmend mit einer Frage an ein KI-System. Wer in diesen Antworten nicht vorkommt, verliert Präsenz in der Phase, in der Anbieterlisten entstehen, und zwar bevor der Vertrieb überhaupt die Chance auf ein Gespräch hatte. Das betrifft auch Unternehmen mit starker Marktposition, denn die KI kennt nur, was öffentlich dokumentiert und maschinell lesbar ist.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die meisten Wettbewerber sind darauf noch nicht eingestellt. Zu vielen Fachthemen existiert schlicht keine gute, zitierfähige Quelle. Wer jetzt anfängt, wird zur Referenz, die die Systeme lernen. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme: die zehn wichtigsten Kundenfragen als Prompts formulieren, in ChatGPT, Perplexity und Google testen und protokollieren, wer genannt wird. Danach folgt der systematische Aufbau, von zitierfähigen Inhalten über technische Zugänglichkeit bis zu Erwähnungen auf Drittseiten.

Es zählt nicht mehr, auf welcher Position ein Link steht, sondern ob man Teil der Antwort ist.
Über den Autor
Hauke Windmüller

Hauke Windmüller

Co-Gründer & Geschäftsführer LARK DIGITAL · Tech-Unternehmer & Growth-Experte

Serial Founder mit Fokus auf Growth, Tech und B2B-Geschäftsaufbau. Er gründete das Familien-App-Startup Familonet (über 2 Mio. Nutzer:innen, 2017 von Daimler übernommen) und verantwortete dort als Head of Growth den Zusammenschluss zu REACH NOW. 2020 gründete er LARK DIGITAL; seit 2022 veranstaltet er den trade/off Summit, eine Executive-Konferenz zu Business Growth & KI mit 600+ Teilnehmenden.

15+ Jahre Markenaufbau & Growth
Autor & Speaker
Veranstalter trade/off Summit
Aktualisiert:
20.07.2026

Fragen und Antworten

Was ist KI-Suche?

KI-Suche meint Suchsysteme, die Fragen mit einer generierten Antwort statt einer Linkliste beantworten, etwa ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews. Die Systeme wählen selbst aus, welche Anbieter und Quellen sie in der Antwort nennen.

Ersetzt die KI-Suche Google?

Nein, sie verändert Google von innen. AI Overviews und der AI Mode sind Teil der Google-Suche. Klassische Rankings bleiben relevant, verlieren aber Klicks an die generierten Antworten darüber.

Wie finde ich heraus, ob mein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt?

Typische Kundenfragen in ChatGPT, Perplexity und Google stellen und prüfen, ob und wie das eigene Unternehmen genannt wird. Einen strukturierten Schnelltest liefert unser kostenlose GEO-Check.

Kann man Sichtbarkeit in der KI-Suche beeinflussen?

Ja. Zitierfähige Inhalte, strukturierte Daten, klare Entitäten und Erwähnungen auf Drittseiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, in Antworten genannt zu werden. Das Vorgehen dahinter ist GEO.