Der Leitfaden für Marketing-Leitung und Geschäftsführung: Reifegrad, KPIs und die ersten 90 Tage.
WIE SICHTBAR SEID IHR? — ZUM GEOCHECK↗Das Wichtigste auf einen Blick
Inhalt
Eine GEO-Strategie beantwortet drei Fragen: Wo stehen wir in KI-Antworten heute? Wo müssen wir hin? Und woran messen wir den Fortschritt? Dieser Leitfaden richtet sich an Marketing-Leitung und Geschäftsführung, nicht an die Taktik-Ebene. Er liefert ein Reifegradmodell zur Einordnung, ein KPI-Set zur Steuerung und eine Roadmap für die ersten 90 Tage.
Fünf Stufen beschreiben den Weg von der Unsichtbarkeit zur Kategorie-Referenz. Die Einordnung dauert einen Nachmittag und schafft eine gemeinsame Sprache zwischen Marketing und Geschäftsführung.
Stufe 0, Unsichtbar. Das Unternehmen kommt in KI-Antworten nicht oder falsch vor. AI-Crawler sind teils ausgesperrt, niemand misst. Das ist der häufigste Ausgangszustand im B2B, auch bei Unternehmen mit starker Marktposition.
Stufe 1, Auffindbar. Die technische Basis steht: Crawler-Zugang, strukturierte Daten, konsistente Profile auf allen Kanälen. Bei Prompts mit dem eigenen Markennamen wird das Unternehmen korrekt beschrieben.
Stufe 2, Zitierbar. Zitierfähige Fachinhalte existieren. Das Unternehmen taucht bei Themen-Prompts gelegentlich als Quelle auf, eine Messung per Stichprobe läuft regelmäßig.
Stufe 3, Empfohlen. Bei den wichtigsten kommerziellen Prompts, etwa „Welche Anbieter für X?", wird das Unternehmen regelmäßig genannt. Drittseiten stützen das Bild, die KPIs sind im Marketing-Reporting verankert.
Stufe 4, Kategorie-Referenz. KI-Systeme nutzen das Unternehmen als Standard-Referenz seiner Kategorie. Eigene Studien und Daten werden zitiert, Wettbewerber werden an euch gemessen.
Für die Einordnung genügen 15 bis 20 realistische Kunden-Prompts, getestet in ChatGPT, Perplexity und Google, mit Protokoll. Das Ergebnis ist die Baseline für alles Weitere.
Vier Kennzahlen reichen für die Steuerung, mehr verwässert den Fokus.
Die Nennungsrate misst den Anteil der Test-Prompts, bei denen das eigene Unternehmen genannt wird, erhoben als monatliche Stichprobe mit einem festen Prompt-Set. Der Share of Voice setzt die eigenen Nennungen ins Verhältnis zu den drei wichtigsten Wettbewerbern und zeigt, wessen Bild den Markt prägt. Die Zitierqualität prüft, ob die Beschreibung stimmt: richtige Kategorie, aktuelle Fakten, korrekte Einordnung. Eine häufige Nennung mit falscher Beschreibung ist kein Erfolg. Der Referral-Traffic aus KI-Systemen schließlich verbindet die Sichtbarkeit mit dem Geschäft: Besucher und Anfragen aus ChatGPT, Perplexity und Co. lassen sich in Analytics als Quelle identifizieren und bis ins CRM verfolgen.
Ein Punkt gehört ins Erwartungsmanagement: KI-Antworten variieren je nach Formulierung und Modellversion. Gemessen wird deshalb in Trends über Monate, nicht in Tageswerten. Einzelne Ausreißer nach oben oder unten bedeuten wenig.
GEO scheitert selten an der Technik und oft an der Zuständigkeit. Drei Regelungen haben sich bewährt.
Die Verantwortung liegt im Marketing, nicht in der IT, und zwar mit klarem Mandat über die Website-Inhalte. KI-Sichtbarkeit ist Positionierungs- und Sichtbarkeitsarbeit mit technischen Komponenten, nicht umgekehrt. Zweitens braucht es Freigabe-Regeln für Fakten: Preise, Zahlen und Claims müssen öffentlich zitierfähig und intern freigegeben sein. Was die Systeme einmal gelernt haben, lässt sich nur über veröffentlichte, konsistente Korrekturen ändern, deshalb ist Sorgfalt hier billiger als Reparatur. Drittens gehört das Thema in einen Quartals-Review auf Leitungsebene: Reifegrad, KPIs und das Prompt-Set einmal pro Quartal prüfen und nachjustieren. KI-Suchsysteme ändern sich zu schnell für Jahrespläne.
Tage 1 bis 30: Baseline und Technik. Prompt-Set definieren, Reifegrad bestimmen, Messprotokoll aufsetzen. Parallel das technische Fundament legen: Crawler-Freigaben, strukturierte Daten, llms.txt, konsistente Unternehmensprofile. Aus der Baseline ergeben sich die Quick Wins fast von selbst.
Tage 31 bis 60: Zitierfähigkeit aufbauen. Die zwei bis drei wichtigsten Themen als zitierfähige Seiten aufbereiten, mit Antwort-Kern, klarer Struktur, Daten und sichtbaren Autoren. Bestehende Kernseiten nach denselben Prinzipien nachschärfen. In dieser Phase entsteht das Muster, nach dem später alle Inhalte gebaut werden.
Tage 61 bis 90: Autorität und Verankerung. Erste Drittseiten-Maßnahmen starten: Branchenverzeichnisse, ein Fachbeitrag, der Verband. Das KPI-Reporting ins Marketing-Dashboard integrieren. Am Ende des Quartals steht die Entscheidung über Ausbaustufe und Budget, getroffen auf Basis echter Messwerte statt Vermutungen.
Nach 90 Tagen liegen drei Dinge vor: eine belastbare Baseline, sichtbare erste Bewegung bei den Nennungen und eine fundierte Antwort auf die Frage, wie viel KI-Sichtbarkeit im eigenen Markt wert ist.
GEO scheitert selten an der Technik und oft an der Zuständigkeit.
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Serial Founder mit Fokus auf Growth, Tech und B2B-Geschäftsaufbau. Er gründete das Familien-App-Startup Familonet (über 2 Mio. Nutzer:innen, 2017 von Daimler übernommen) und verantwortete dort als Head of Growth den Zusammenschluss zu REACH NOW. 2020 gründete er LARK DIGITAL; seit 2022 veranstaltet er den trade/off Summit, eine Executive-Konferenz zu Business Growth & KI mit 600+ Teilnehmenden.
